• Monster inspiriert von Sascha

Monster

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Ich wollte auch ein Monster

Die Kinder machen jetzt in der Schule im Kunstunterricht Monster. Sascha hat mir ihrs gezeigt. Es ist lila und hat einen Ausweis, in dem steht, dass es 15 Jahre alt ist und gern Klowasser trinkt. Hilfsbereit ist es auch. Es ist so wundervoll, dass ich auch gleich eins machen wollte. Ich habe erstmal den bequemen Weg gewählt und auf einen Knopf im Computer gedrückt. Da sind gleich drei herausgekommen. Das ist ja so am Computer. Man drückt einen Knopf und zack, drei Monster fix und fertig.(;-))

Monster inspiriert von Sascha
Monster inspiriert von Sascha

 

Die sind natürlich verwandt. Von rechts nach links heißen sie He, Pf und Ts. Ihre Eigenschaften sind: freundlich, ungelenkig, bisschen gierig und erschrocken. Sie trinken gerne Sekt und essen am liebsten Zetti Knusperflocken. Ihr Lieblingsfach ist Filiosofie und Musik. Pf kann sehr gut tanzen, weil er drei Beine hat. He hat auch drei Beine, aber das dritte Bein ist bei ihm so an der Seite, das funktioniert nicht. Meine haben noch keinen Ausweis, das muss erst beantragt werden beim Ausweisamt. Ja.
Das „Ja.“ bedeutet sowas wie Denkpause. Es ist ein ganzer Satz für sich, also Subjekt, Prädikat, Objekt in einer Person. Immerhin verlangt Yoast hier mindestens 300 Wörter und ich muss wiedermal überlegen, mit welchen wichtigen Wörtern bzw. Informationen über Monster – das Wort kommt in diesem Blogbeitrag jetzt allerdings schon zu oft vor, so dass ich überlege, ob ich schreiben soll, „die Dinger, deren Name nicht genannt werden darf“ – ich noch aufwarten kann, damit ich den kleinen grünen Punkt sehe.
Saschas „Ding, dessen Name nicht nochmal genannt werden darf“ ist lila, aus Filz und hat tschitscheringrüne Arme aus etwas, das aussieht, wie die Pfeiffenputzer, die ich als Kind bei meinem Pappa gesehen habe. Aber dicker. Was auch immer es ist, die Locke des „Dinges …“ ist noch viel tschtscheringrüner. Das Wort tschitscheringrün habe ich als Kind gelernt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Schulfreundin Eyleen es eingeführt hat. Ich brauchte eine extra Unterrichtseinheit bei ihr persönlich mit Buchstabier-Lektionen, um die Schreibweise ihres Namens eigenständig zu beherrschen. Eyleen kannte ziemlich komplizierte Wörter, wusste, wie man einen Haushalt in Ordnung hält und perfekt aussehende Blumen aus bunten Feinstrumpfhosen bastelt. Mit Draht übrigens. Jetzt würde mich interessieren, wie Eyleens Monster ausgesehen hätte. Ich kann sie nicht fragen. Sie ist verschwunden. Vielleicht frage ich Dorina. Immerhin hatte ihr Name auch Potential für eine wahnsinnige Schreibweise, aber ihre Eltern haben darauf verzichtet und den anderen Kindern damit das Leben erleichtert. Dorina hat aber auch nie so komplizierte Sachen gewusst wie Eyleen. Eyleen war so gut in Mathematik und Physik, dass ich die Tatsache, neben ihr zu sitzen, für zusätzliche Informationsbeschaffung und -verwertung nutzte. In Physik habe ich fast alles fehlerlos von ihr abgeschrieben, aber ich habe trotzdem immer eine Zwei bekommen und sie sie eine Eins. Gut abschreiben ist auch eine gute Leistung. Das hat die Lehrerin schon richtig gemacht. Mit fällt jetzt noch viel mehr ein, aber das führt wirklich zu weit.
Dorinas Monster kann ich mir schon eher vorstellen. Ziemlich gut sogar. Es hat viel Schminke im Gesicht und ist angezogen wie ein Punk (Karottenhose, Wesepentaille, Lederjacke). Haar rot, lang und top frisiert. Ich habe mich immer über die Punks gewundert und versucht, den ideologischen Background zu verstehen. Aber ich bin irgendwann zu dem Schluss gekommen, dass sie es taten, einfach weil sie fanden, dass es cool aussieht. Ich saß diesbezüglich zwischen allen verfügbaren Stühlen. Mein Repertoire an Kleidung bezog ich aus derart unterschiedlichen Quellen, dass keiner verstand, was ich damit ausdrücken wollte. Manchmal war es Absicht, aber manchmal ging es auch nicht anders. In den schlimmsten Zeiten trug ich Kombinationen, für die man mit Recht Geldbußen hätte verlangen dürfen, oder zumindest Schulverbot aussprechen. Schulverbot wäre gut gewesen, denn da ich mir nicht erlauben konnte, nicht in die Schule zu gehen, wäre mir Einiges erspart geblieben.

Ich habe jetzt hoffentlich einen grünen Punkt für genug Text.

Sogar die WordPress-Fehlerkorrektur denkt, Eyleen sei falsch geschrieben. Dorina auch. Tschitscheringrün auch.